von Lea

(lj) „Ich wäre so gerne noch ein Kind!“ Wer hat sich das nicht auch schon mal gedacht?


Ich sitze in der Jugendkirche. Auf der Leinwand vor mir flackert ein Video auf. „Ich zauber‘ einfach, dass alle das Gleiche haben“, erklärt ein Kind in einer kurzen Filmsequenz.


Das darauf folgende Anspiel der Jugendlichen bringt mich zum Nachdenken. Was hätte ich mir gerne aus meiner Kindheit behalten? Auf jeden Fall die Fantasie. Und die Ehrlichkeit und Sorglosigkeit. Die Neugierde.
„Kind bleiben“, unter diesem Motto stand die JuKi am Sonntag 07.04.2019.


In den Workshops mitten im Gottesdienst kann sich das Kind in mir so richtig austoben. Zusammen mit anderen Besuchern spiele ich eine Runde Jenga, dann wippe ich eine ganze Weile auf dem Schaukel-Elch und in dem Sandkasten muss ich natürlich auch rumbuddeln. Nicht weit von mir entfernt sammeln andere auf einem Plakat, was sie aus ihrer Kindheit beibehalten haben. Ich gehe an ihnen vorbei und bleibe mit dem Blick an einem Bild hängen: eine junge Frau schaut darauf in einen Spiegel und sieht darin ihr jüngeres Ich. „Ich sehe mein kindliches Ich. Was denkt es über mich?“, steht darunter. Ich verbringe viel Zeit an dieser Station, denn diese Frage hat es mir irgendwie angetan. Erst die Musik der Band Dornbusch aus Rottenburg holt mich wieder aus meiner Gedankenwelt zurück in die Realität. Ich setze mich zurück an meinen Platz und singe lauthals das schwungvolle Lied mit.
Und Jesus? Was Jesus über Kinder sagt, steht in der Bibel ganz deutlich: „Kindern gehört das Himmelreich.“ Bilder von Playmobil-Kindern und Erwachsenen tauchen auf der Leinwand vor mir auf, während die Jugendlichen erklären: Wir sollen uns Kinder zum Vorbild nehmen. Jesus hat uns das vorgelebt.


Gemeinsam beten wir für die Kinder, denen es nicht so gut geht. Für Kinder, die arbeiten müssen, die krank sind oder sterben müssen.


Die Jugendlichen laden die Besucher ein, wieder mehr Kind zu sein. Öfter etwas Verrücktes tun. Ausprobieren statt googlen. An die eigenen Träume glauben. Unvoreingenommen auf andere zugehen.