(lj) Am Eingang des alten Kastens sitz eine junge Erwachsene und weint bitterlich. Über 80 Jugendliche laufen an ihr vorbei ohne Notiz von ihr zu nehmen. Nur drei rennen an mir vorbei zurück. Doch die Frau ist bereits verschwunden.

Es ist eine Station des ökumenischen Jugendkreuzweg Göppingen am Freitag 12.04.2019.
Vor 2000 Jahren trug Jesus sein Kreuz auf den Berg Golgota zu seiner Hinrichtung. Daran erinnerten sich Jugendliche beim ökumenischen Jugendkreuzweg. An jeder Station wurden ihnen Lebenssituationen aufgezeigt, in welchen es Menschen heute ähnlich geht wie Jesus damals.
Jesus wurde zum Tode verurteilt. In Deutschland gibt es keine Todesurteile mehr, doch wir selbst urteilen über andere Menschen. Wegen ihres Aussehens. Wegen ihrer Herkunft. Wegen ihrer Intelligenz. Wegen ihres Namens. Und damit können wir sogar Leben zerstören.
Jesus musste sein Kreuz tragen. Auch viele unserer Mitmenschen haben schwere Lasten. Andere haben mit großer Trauer zu kämpfen, wie die Frauen, die um Jesus weinten. Dieses stellte die Frau im Alten Kasten da. Indem wir alle Traurigen trösten, bringen wir das Licht Jesu in ihr Leben.
Wieder andere sind abgeschottet und werden immer mehr vergessen. Sie sind für die Gesellschaft wie tot.
Mit Aktionen machten die Jugendlichen einen ersten Schritt, diesen Menschen zu helfen. „Ich habe meinem besten Kumpel seinen Rucksack getragen“, erzählt Lukas.
„Wir haben mit bunter Kreide die Namen der Personen auf den Boden geschrieben, die wir fast vergessen haben“, erklärt Emily und lächelt dabei. „Ich habe den Namen meiner Grundschulfreundin aufgeschrieben. An sie habe ich schon ewig nicht mehr gedacht.“
Die Jugendlichen baten Gott, Licht in das Leben dieser Menschen zu bringen. Sie selbst wollen versuchen, dieses Licht bringen zu können.
Am Ende jeder Station wurde mit Sprühkreide das Logo des Kreuzweges auf den Boden gesprayt. So hinterließen die Jugendlichen auf ihrem Weg sichtbare Spuren.

(lj) „Ich wäre so gerne noch ein Kind!“ Wer hat sich das nicht auch schon mal gedacht?


Ich sitze in der Jugendkirche. Auf der Leinwand vor mir flackert ein Video auf. „Ich zauber‘ einfach, dass alle das Gleiche haben“, erklärt ein Kind in einer kurzen Filmsequenz.


Das darauf folgende Anspiel der Jugendlichen bringt mich zum Nachdenken. Was hätte ich mir gerne aus meiner Kindheit behalten? Auf jeden Fall die Fantasie. Und die Ehrlichkeit und Sorglosigkeit. Die Neugierde.
„Kind bleiben“, unter diesem Motto stand die JuKi am Sonntag 07.04.2019.


In den Workshops mitten im Gottesdienst kann sich das Kind in mir so richtig austoben. Zusammen mit anderen Besuchern spiele ich eine Runde Jenga, dann wippe ich eine ganze Weile auf dem Schaukel-Elch und in dem Sandkasten muss ich natürlich auch rumbuddeln. Nicht weit von mir entfernt sammeln andere auf einem Plakat, was sie aus ihrer Kindheit beibehalten haben. Ich gehe an ihnen vorbei und bleibe mit dem Blick an einem Bild hängen: eine junge Frau schaut darauf in einen Spiegel und sieht darin ihr jüngeres Ich. „Ich sehe mein kindliches Ich. Was denkt es über mich?“, steht darunter. Ich verbringe viel Zeit an dieser Station, denn diese Frage hat es mir irgendwie angetan. Erst die Musik der Band Dornbusch aus Rottenburg holt mich wieder aus meiner Gedankenwelt zurück in die Realität. Ich setze mich zurück an meinen Platz und singe lauthals das schwungvolle Lied mit.
Und Jesus? Was Jesus über Kinder sagt, steht in der Bibel ganz deutlich: „Kindern gehört das Himmelreich.“ Bilder von Playmobil-Kindern und Erwachsenen tauchen auf der Leinwand vor mir auf, während die Jugendlichen erklären: Wir sollen uns Kinder zum Vorbild nehmen. Jesus hat uns das vorgelebt.


Gemeinsam beten wir für die Kinder, denen es nicht so gut geht. Für Kinder, die arbeiten müssen, die krank sind oder sterben müssen.


Die Jugendlichen laden die Besucher ein, wieder mehr Kind zu sein. Öfter etwas Verrücktes tun. Ausprobieren statt googlen. An die eigenen Träume glauben. Unvoreingenommen auf andere zugehen.

(LJ) Die Weihnachtsgeschichte ist für die meisten nichts Neues. „…damit es anders wird“, haben die Jugendlichen in der Jugendkirche die Geschichte um Jesu Geburt von einer anderen Seite beleuchtet. Während verschiedener Impulse und Anspiele eröffneten sich immer mehr Möglichkeiten, was wir heute anders machen können oder sollten. Sich selbst annehmen oder Geflüchtete aufnehmen. Verantwortung für die Umwelt übernehmen. Den Mut fassen, an der eigenen Schule gegen Mobbing anzukämpfen. Anhand vieler Beispiele zeigten die Jugendlichen, was jeder einzelne tun kann. In verschiedenen Workshops konnte damit auch gleich begonnen werden: Symbolisch Unnötiges aus dem eigenen Leben in einen Mülleimer werfen. Auf einem Plakat mal „was anders machen“. Sich auch mal selbst loben.
Begleitet wurde die JuKi von der Band Mixed Generations aus Deggingen. Mit schwungvoller Musik motivierte sie die Besucher, aktiv zu werden.
„Wenn wir Konsumlust gegen Nächstenliebe austauschen, dann hat Jesus statt in der Herberge vielleicht bei uns Platz.“ Um die Liebe hinaus zu tragen, konnte jeder am Ende das Friedenslicht aus Bethlehem mitnehmen, das die Pfadfinder nach Göppingen gebracht haben. Mit diesem Licht soll die Veränderung, die vor 2000 Jahren begann, auch heute noch in die Welt getragen werden.

(LJ) Freundschaft bringt Geborgenheit und Sicherheit, sie macht Spaß und glücklich. Von diesem Ausgangspunkt aus beleuchteten die Jugendlichen in der Juki, wie Freundschaften entstehen.
Aufstehen und anderen Menschen begegnen, lautete die Devise. Das durften die Besucher gleich ausprobieren. „Ich habe schon jemand Neues kennen gelernt“, erzählte Sarah begeistert. „Wir gehen viel zu selten einfach mal auf andere zu.“
An Action wurde im weiteren Verlauf des Abends nicht gespart. Verschiedene Workshops boten die Gelegenheit, sich Zeit für gute Freunde zu nehmen und alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen oder neue Freundschaften zu schließen. „Ich habe einen Brief an einen Grundschulfreund geschrieben, den ich schon lange nicht mehr gesehen habe“, strahlt Max.
Bereichert wurde die Jugendkirche von der Band MdK aus Göppingen mit belebender und nachdenklicher Musik.
Doch nicht immer läuft eine Freundschaft perfekt und manchmal droht ein Streit sie zu zerbrechen. Mit einem Anspiel zeigten die Jugendlichen, dass es wichtig ist, sich gegenseitig zuzuhören und zu verzeihen – denn nur dann kann Freundschaft bestehen.
Zuletzt bleibt die Erkenntnis, dass ein Freund uns immer begleitet: Jesus. Deshalb durfte sich auch jeder Besucher in Jesu ganz besonderes Freundebuch eintragen – die Bibel.